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Marktbericht: DAX steht still, Gold auf Rekordhoch



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Stand: 04.04.2024 09:36 Uhr

Zum Handelsstart kommt der DAX nicht so recht vom Fleck. Mehr Bewegung gibt es bei den Rohstoffen: Gold erreicht ein neues Rekordhoch und Öl ist so teuer wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Nach seinem Rücksetzer am ersten Handelstag der verkürzten Osterwoche und einer leichten Erholung zur Wochenmitte ist der DAX heute stabil in den XETRA-Handel gestartet. Zur Börseneröffnung notiert der deutsche Leitindex quasi unverändert bei 18.366 Punkten.

Aus technischer Sicht stellt das am Dienstag erzielte DAX-Rekordhoch bei 18.567 Punkten nun einen Widerstand auf dem Weg nach oben dar. Für ein neues Momentum auf der Oberseite müsste es überwunden werden, erklärt HSBC-Experte Jörg Scherer.

Auf der Unterseite sollten Anleger derweil die aktuell bei 18.315 Punkten verlaufende Aufwärtstrendlinie im Blick behalten. Ein Rutsch darunter könnte den Weg in Richtung größerer Gewinnmitnahmen oder gar einer Korrektur ebnen, zu der sich die Marktteilnehmer bislang noch nicht aufraffen konnten. “Der Kursmotor des deutschen Leitindex ist heiß gelaufen”, betont IG-Analyst Christian Henke. “Allerdings scheint dies den Marktteilnehmern recht egal zu sein.”

Während der frühe DAX-Handel somit wenig spektakulär verläuft, gibt es bei den Rohstoffen heute früh deutlich mehr Bewegung. So zieht der Goldpreis bis auf 2.305 Dollar je Feinunze an und markiert damit ein frisches Rekordhoch. Es ist die Aussicht auf langfristig sinkende Zinsen, die den Goldpreis schon seit Wochen nach oben treibt.

Sinkende Zinsen machen Gold attraktiver, wirft das gelbe Edelmetall doch selbst keine Zinsen ab. Erneut nach oben geht es auch für den Kupferpreis, der mit einem Plus von bis zu 1,3 Prozent auf 9.380 Dollar je Tonne ein frisches 14-Monats-Hoch erreicht.

Das Nordseeöl Brent liegt am Morgen knapp unter seinem zur Wochenmitte markierten Fünf-Monats-Hoch von 89,99 Dollar je Fass. Spekulationen auf ein Anziehen der Konjunktur in den USA und China treiben die Preise laut Händlern nach oben.

Im weiteren Handelsverlauf bleibt das Interesse der Anleger auf Konjunkturdaten gerichtet. Am Nachmittag werden wöchentliche Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe erwartet, bevor morgen der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für März auf dem Programm steht.

Im Vorfeld des wohl wichtigsten Termins der Börsenwoche könnten sich Anleger in Zurückhaltung üben. Sollte nämlich die Beschäftigungslage besser ausfallen als erwartet, so dürften die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve schlagartig schwinden.

Fed-Chef Jerome Powell hatte gestern auf einer Veranstaltung der Universität Stanford bekräftigt, dass die US-Notenbank Zinssenkungen in diesem Jahr zwar anpeilt, die Zinswende aber von den einlaufenden Daten abhängig macht. Die Finanzmärkte spekulieren bislang auf den Juni als Termin für eine erste Zinssenkung.

Von den US-Börsen kommen keine starken Impulse, traten diese doch zur Wochenmitte auf der Stelle. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 39.127 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte 0,1 Prozent auf 5.211 Zähler vor und der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,2 Prozent auf 16.277 Stellen zu.

In Tokio kann der Nikkei am Morgen vom fallenden Yen profitieren. Zum Handelsschluss notiert der 225 Werte umfassende japanische Leitindex 0,8 Prozent höher bei 39.773 Punkten. Jenseits von Japan sorgen Feiertage in China und Taiwan für dünne Handelsbedingungen. Die Börse Shanghai bleibt geschlossen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wird ebenfalls nicht gehandelt.

Der Euro legt im frühen Devisenhandel zum Dollar geringfügig zu und notiert nun bei 1,0841 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung kann damit die Marke von 1,08 Dollar verteidigen, die sie gestern zurückerobert hatte.

Unternehmensseitig rückt Redcare Pharmacy in den Blick der Anleger. Die Online-Apotheke hat im ersten Quartal einen Wachstumssprung geschafft. Die Erlöse schnellten um 51 Prozent auf 560 Millionen Euro. Ohne die übernommene MediService stieg der Umsatz um 18,6 Prozent. Die Zahl der aktiven Kunden legte um 400.000 auf 11,2 Millionen zum Ende des Quartal zu.

Nach dem Brückeneinsturz von Baltimore warnt die Allianz-Versicherung vor den Risiken immer größerer Containerschiffe. Die Zahl schwerer Schiffsunglücke hat in den vergangenen Jahrzehnten demnach zwar insgesamt abgenommen, doch Zwischenfälle mit großen Containerschiffen und Autotransportern verursachen außergewöhnlich hohe Schäden.

Der IT-Leasinganbieter Grenke hat im ersten Quartal im Neugeschäft zugelegt. Es stieg um 9,8 Prozent auf 669,8 Millionen Euro. Der Deckungsbeitrag als Gradmesser für die Profitabilität des Neugeschäfts kletterte um 10,4 Prozent auf 112,7 Millionen Euro. Die Marge erreichte 16,8 Prozent nach 16,7 Prozent im Vorjahr und lag damit knapp unter dem Mittelfrist-Ziel von rund 17 Prozent.

Für die Compugroup-Aktie geht es im frühen Handel aufwärts. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte zuvor die Software-Aktie auf “Overweight” hochgestuft, allerdings das Kursziel auf 37 Euro belassen. Analystin Laura Metayer sieht angesichts der geringen Bewertung der Aktie in deren Kauf eine “seltene Gelegenheit”.

Motorenhersteller Deutz hat wie angekündigt seine Elektromotorboot-Tochter Torqeedo an den japanischen Konzern Yamaha verkauft. Den Verkaufserlös bezifferte das Unternehmen auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Im Jahresabschluss 2024 werde dies zu einem Buchgewinn in Höhe von einem kleineren zweistelligen Millionenbetrag führen.

Nach der Einigung für das Bodenpersonal gehen die Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal bei der Lufthansa in die nächste Runde. Nach Gewerkschaftsangaben wird heute an einem geheimen Ort nur für das Personal der Muttergesellschaft Lufthansa verhandelt. Die Gespräche für die Cityline sollen separat zur Monatsmitte weitergehen.

Disney-Chef Bob Iger hat seine Position bei dem Unterhaltungsriesen durch den Sieg gegen einen milliardenschweren Hedgefonds gestärkt. Disney-Aktionäre lehnten bei der Hauptversammlung den Versuch des Finanzinvestors Nelson Peltz ab, mehr Einfluss auf die Disney-Strategie zu bekommen. Weder Peltz noch ein weiterer von ihm nominierter Kandidat wurden in den Verwaltungsrat des Unternehmens gewählt.

Apple erwägt offenbar den Einstieg ins Geschäft mit Roboter-Technik fürs Zuhause. Unter anderem hätten sich Apple-Ingenieure mit einem Roboter beschäftigt, der Menschen im Haushalt folgen könne, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch sei ein Tisch-Gerät mit beweglichem Display entwickelt worden.

Beim Flugzeugbauer Boeing ist die Produktion des Modells 737 MAX Insidern zufolge in den letzten Wochen stark gesunken. Grund seien verschärfte Kontrollen im Werk durch die US-Behörden, sagten Branchen-Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem Beinahe-Unglück mit einer 737 MAX im Januar hatte die Flugaufsicht FAA Boeing eine Obergrenze von 38 neuen Jets pro Monat gesetzt. Den Insidern zufolge sank die Produktionsrate Ende März sogar auf einen einstelligen Wert.

Ein Ausfall des Chat-Dienstes WhatsApp in der vergangenen Nacht ist nach mehreren Stunden behoben worden. Auch andere Apps des Facebook-Konzerns Meta wie Instagram und Messenger waren zeitweise betroffen. Eine Erklärung für die Probleme gab es zunächst nicht. WhatsApp teilte lediglich mit, dass der Dienst mit rund zwei Milliarden Nutzern wieder verfügbar sei.

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